Dörren von Lebensmitteln

Trocknung von Obst - Wie alles begann

Ich habe mir früher um das Thema Ernährung nicht wirklich Gedanken gemacht. Man(n) isst halt, um nicht mehr hungrig zu sein und so entwickelte sich meine gefühlte Aufmerksamkeit für die Nahrungsaufnahme zwischen den Botschaften meiner Eltern: „Iss mehr Obst und Gemüse!“ und der McDonalds-Werbung ziemlich eindeutig. Inzwischen sieht das etwas anders aus, den Teenager- und Fastfood-Jahren entwachsen, ist eine gesunde Ernährung für mich mittlerweile wichtiger geworden, viel wichtiger.

Heute treibe ich Sport, trinke viel Wasser, ernähre mich gesund (ich liebe Smoothies und selbst gedörrte Apfelchips) und achte darauf, meinen Körper soweit als möglich vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen. PS. Einen leckeren Burger gönne ich mir nach wie vor, wenn mir danach ist!

Meine erste Begegnung mit selbst gemachtem Dörrobst

Gesunde Ernährung hat heute nichts mehr mit aufwändigem Schnippeln, schälen und schneiden zu tun oder mit diesem unsäglichen Druck (der einem gleich wieder den Appetit verdirbt), das Obst essen zu müssen, weil es sonst schlecht wird. Das war für mich übrigens das größte Problem bei meiner Obst und Gemüse Liebhaberei: I

ch musste die Früchte wegwerfen, wenn ich den Kauf der selbigen nicht perfekt auf meinen Appetit abstimmte. Es wird dann nun mal schlichtweg schlecht oder ist getrocknet. Auf das Dörren bin ich dann durch Zufall gekommen: Ich besuchte meinen guten Freund Ralf, der einen so genannten Dörrautomaten besaß. Im ersten Moment kam mir das etwas merkwürdig vor, für mich gehörte das Dörren bis dahin definitiv in die Nachkriegszeit oder aber zu den Eskimos, die in den Fernsehreportagen Dörrfleisch essen.

Dörrobst

Außerdem bin ich leidenschaftlicher Rohkost Fan! Ich war genau 4 Tage bei ihm zu Besuch und mehr brauchte es auch nicht, um mich in diese Art der Trocknung zu verlieben, ich wollte auch dörren!

Was mich überzeugt hat - Dörren macht Ihr Gemüse und Obst haltbar

Ziemlich beeindruckt hat mich, dass ich mein Obst und Gemüse durch Dörrgeräte konservieren kann. Ich hatte mich in der Vergangenheit immer wieder darüber geärgert, wenn Obstfliegen meine Birnen okkupierten oder der Apfel urplötzlich runzelig und getrocknet war.

Da möchte man sich gesund ernähren und dann steht einem nicht die eigene sondern die Faulheit vom Obst im Wege! Ich musste auf meine Vitamine verzichten und habe dann nicht nur das teure Gemüse und die Früchte sondern im Grunde gleichzeitig mein sauer verdientes Geld in den Mülleimer geworfen – schlechte Laune vorprogrammiert.

Die Lösung heißt „Dörren“: Die Früchte verlieren dabei bis zu über 90 % Wassergehalt und sind somit kaum anfällig für Bakterien und Schimmel, behalten aber als Trockenobst einen Großteil ihrer Vitamine. Ich kaufe also mein

Obst und Gemüse nicht mehr mit dem Blick in die berühmte Glaskugel. Sie sollte mir bislang verraten, wann ich auf welche Früchte wohl Appetit haben werde – eher erfolglos natürlich. Ich verzichte auch auf Schraubgläser, deren Inhalt aus Scheiben zuckersüßer Ananas besteht.

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Ich mag es jetzt gedörrt:

Da kann ich Äpfel, Birnen, Pilze, Kräuter und alles, was mir sonst noch einfällt, sogar auf Vorrat einkaufen und aufbewahren. Denn alles, was schlecht zu werden droht, kommt einfach in die Trocknung.

Was mich außerdem überzeugt hat - Dörren ist auch noch gesund

Der zweite Grund, warum aus mir als Rohkost Fan zusätzlich ein Fan für Dörrobst wurde: Das gedörrte Obst verliert während des Dörrvorgangs kaum seine wertvollen Vitalstoffe sondern nur Wasser, also seine Feuchtigkeit. Sogar das für das Immunsystem so wichtige Vitamin C bleibt zu einem bestimmten Maß erhalten.

Ich kann mich also gesund ernähren und zwar dann, wenn ich es möchte und nicht, weil der Apfel – sofern ich ihn nicht sofort esse – von lustigen kleinen Tierchen überrannt wird. Gesunde Ernährung ist für mich schon lange nicht mehr ein Stigma für „Öko's“ - Dörrgeräte machen mir das gesunde Leben kinderleicht und inzwischen erzähle ich meinen Freunden richtig stolz von den Vorteilen von Trockenobst, wenn diese – so wie ich damals bei Ralf – ratlos vor dem Dörrautomaten in meiner Küche stehen.

Auf Chip's & Co. verzichten? – Probieren Sie einmal Apfelchips

Wer bis hierhin gelesen hat, weiß von mir: Ich lege auf gesunde Ernährung Wert und ich mag Dörrobst, gleichwohl möchte ich aber nicht auf die schönen Dinge des Lebens verzichten. Und ganz ehrlich: kaltes Wetter draußen, gemütlicher Abend vor dem Fernseher drinnen - gehört der Griff in die Chipstüte da nicht irgendwie dazu?

Aber selbst diese Nascherei hat jetzt nichts mehr mit „Sündigen“ zu tun. Mit dem Dörrgerät mache ich aus Gemüse und Obst im Handumdrehen Chips, die sogar noch viel besser schmecken als die aus dem Supermarkt. Neulich habe ich es zum ersten Mal mit Zuccinis versucht, ein wenig Olivenöl und Pfeffer und Kräuter dazu und schon waren die besten Chips meines Lebens fertig. Apfelchips können in punkto Geschmack ebenso gut mithalten. In der Regel müssen Sie das Obst und Gemüse nie schälen, Sie sollten nur auf nicht allzu dicke Scheiben achten.

Wenn ich Ihnen Dörrgeräte in 5 Sätzen erklären müsste,

dann würde ich Ihnen sagen, dass Dörrgeräte elektrische Haushaltsutensilien sind, die zur schonenden und umweltfreundlichen Trocknung von Obst, Gemüse und anderen Nahrungsmitteln verwendet werden. Dörrgeräte sind einfach zu bedienen, passen in jede Küche und verbrauchen weniger Energie als beispielsweise ein Backofen. Mithilfe eines Dörrgerätes kann man Lebensmittel ohne chemische Zusatzstoffe innerhalb weniger Stunden haltbar machen, ohne deren Vitamine, Enzyme und Nährstoffe zu zerstören.

Vielleicht schreibe ich ein Buch! Rezepte, die mich begeistert haben

Ich habe mein Dörrgerät nun schon einige Zeit und hatte ausreichend Gelegenheit zum Ausprobieren. Nicht immer war alles lecker. Zum Beispiel endete mein Versuch, mit Öl eingestrichenes Brot zu dörren, in einem Fiasko.

Fett kann man nicht dörren, es wird ranzig – nun, dass weiß ich jetzt auch. Vielleicht kam mir dadurch die Idee mit dem Buch. Ich könnte Rezepte erwähnen bzw. vor Rezepten warnen, die Sie besser nicht ausprobieren. Was wirklich schmackhaft und auch extrem einfach ist, ist die Zubereitung von Trockenobst.

Sie kennen das bislang sicher eher aus der Tüte im Supermarkt. Ebenfalls gern dörre ich Gemüse, Kräuter und Pilze, um mir Einlagen für Suppen auf Vorrat zu produzieren. Meine Highlights sind allerdings die vorhin angepriesenen Gemüsechips und die Apfelchips.

Unbedingt ausprobieren sollten Sie außerdem das selbst gemachte Müsli. Vorbei sind die Zeiten, in denen Sie die Zutaten auf der Verpackung überprüfen mussten – dass diese in kleinster Schriftgröße geschrieben sind, versteht sich. Jetzt entscheiden Sie, woraus Ihre Ernährung besteht.

Sie können nicht nur im Dörrgerät Ihr Obst und Gemüse dörren

Sofern Sie sich kein Dörrgerät zulegen möchten, haben Sie zwei Alternativen, um Ihre Nahrung zu dörren. Erste Variante: Sie dörren Ihr Obst und Gemüse, indem sie es an der Luft trocknen. Dass dann unbedingt auf eine geringe Feuchtigkeit der Luft zu achten (sonst gibt es ekligen Schimmel) und direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden ist, dürfte ja unproblematisch möglich sein.

Sie müssen dann nur noch dafür sorgen, dass das gewünschte Obst viel Platz hat, um es ausbreiten zu können oder Sie fädeln die Früchte auf eine Schnurr.Das kostet zwar Zeit, aber manch einer mag ja solche beruhigenden Tätigkeiten. Wenn Ihnen das alles zu aufwändig ist, um Dörröbst herzustellen, können Sie nun noch alternativ ihren Backofen verwenden und zu einem Dörrgerät umfunktionieren.

Allerdings ist Ihr Trockenobst dann vermutlich nur noch lecker, aber nicht mehr gesund. Hitzeempfindliche Enzyme und Vitamine werden bei der Trocknung bereits ab 40 Grad geschädigt. Falle ich mit der „Tür ins Haus“? Im Ernst, was ich hier so überspitzt darstelle, soll Ihnen helfen. Ich bin durch all diese Lernschleifen gegangen und möchte Sie von meinen Erfahrungen profitieren lassen. Machen Sie also nicht die gleichen Fehler auf dem Weg zum Profi für Trockenobst. Ich wünsche viel Spaß beim Dörren.